Géraldine hat am Theater das Rollenspiel studiert, in der Sterbebegleitung ihre Sinne erweitert und in der Klangtherapie das Horchen hinter die Dinge verfeinert. Holm hat in der Chinesischen Medizin sein Weltverständnis gefunden, in den Behandlungen Wege zur Heilung entwickelt und im Atem eine Bestimmung entdeckt. In unseren Erfahrungen mit dem Menschen durften wir üben, zwischen die Worte zu hören – das ermöglicht den Blick hinter den Nebel.
Um eine Wahrnehmung zu vertiefen, wenden wir uns an das Netz der Informationen, das alles durchdringt. Ob aus dem Yi-Jing, den Steinkreisen, den Pflanzenhelfern oder der Pulstestung-die richtige Information wächst in den Moment hinein, sobald sie benötigt wird. Das geschieht ganz von alleine, nur durch das Widmen von Aufmerksamkeit und das Anvertrauen an den Prozess. Schließlich sind unsere Verwicklungen wesenhafte, zeitlose, eingefrorene, emotionale Artefakte. Alles drängt zurück in den fließenden harmonischen Zustand.
Wenn nicht gerade Egos und Komfortzonen eine klare Wandlungshilfe verlangen, meiden wir Hierarchien. Auch wir pflügen unsere eigene Erde um. Wer sich entwickelt, ist zu jedem Zeitpunkt Lehrer und Schüler zugleich. Entwicklung ist immer ein Schwellengang. Dafür muss das alte Ich sterben. Doch keiner ist allein. Und wenn der Schmerz nachgelassen hat, folgt das Staunen.
Wir empfinden die Gruppenarbeit als Inspiration und Spielwiese. Egal wieviel wir vorbereitet haben, jeder Gruppenkörper verlangt etwas anderes und jeder Moment entwickelt seine eigene Dynamik. Manchmal muss das zentrale Vorhaben des Tages weichen und es geschieht etwas völlig Neues-alles eine Frage unserer Wandlungskraft. Wie auch immer ein Seminartag sich entwickelt, jeder Erkenntnisprozess ist Reichtum.
Und er bereichert nicht nur uns, er nährt etwas das größer ist als wir.