Das Prinzip des Wandels ist größer als wir.
Nichts bleibt wie es ist. So ist Leben. Und wenn wir den alten Brauch nicht abgeschafft hätten, die Toten über Tage zu Hause aufzubahren-mit offener Haustür, damit alle Nachbarn vorbeischauen können- dann würden wir die wachsenden Haare und Fingernägel bemerken und feststellen, daß der Wandel selbst im Tod weitergeht. Doch der Mensch war in allen Epochen auf der Suche nach dem ewigen Leben. Auf dieser Suche hat er viele Technologien entwickelt, die das Leben zumindest sicherer machen. Währenddessen schließen wir Unmengen an Versicherungen ab, erheben uns über den Gottesbegriff (vergessen dabei die Geschichte des Ikarus), ertränken alles Sinnliche-was uns erinnern könnte-in zweidimensionaler Technologie und verlieren den Zugang zu dem, was das Leben ausmacht.
Der Ein oder Andere wird entgegensetzen, daß unsere medizinischen Errungenschaften ein Segen für die Menschheit sind. Unbedingt! Auch das Stimmt. Aber in der chinesischen Medizin geht es immer um die energetische Balance-das gesunde Maß. Und was unser Bewußtsein gerade mehr nötig hat, als noch mehr Technologie, ist die Rückbesinnung auf das Natürliche.
Wandel ist der natürliche Zustand, von allem was ist.
Das Yi-Jing, dem wir uns in den 8 Krafttoren annähern wollen, wird auch „das Buch des Lebens“ oder „das Buch der Wandlungen“ genannt. Unser Körper reguliert sich durch etliche chemische, hormonelle und mechanische Vorgänge ununterbrochen selbst (jede Schnittwunde zeigt das anschaulich), aber das kann er nur solange tun, wie die Energie im Fluss bleibt. Wie sehr uns der Wunsch das Leben zu konservieren auch antreibt – ein Baum der über das ganze Jahr seine gesamte Energie in Wachstum investiert, wird niemals Früchte tragen, ein Baum der immer nur Früchte trägt, wird zerbrechen, ein Baum der niemals Pause macht wird seine Kraft verlieren.
Die Grundlage jeder Erkrankung ist die Wandlungsstarre.
Das Trigramm Donner ist das Prinzip der Wandlung selbst. Im Donner lernen wir die Schritte des Yü zu tanzen. Durch diese Bewegungsabfolge aus dem Qi-Gong, üben und integrieren wir das Prinzip des Wandels immer mehr in unser Denken und lernen von einer Struktivkraft in die Nächste zu fließen, bis es für uns eine Selbstverständlichkeit wird.
Die Schritte des Yü sind das Ritual des Wandlungshelfers.
Indem er darin Meisterschaft erlangt, vermeidet er Stagnation und entgeht Krankheit.
Dabei üben wir, die Entwicklung eines energetischen -sowie emotionalen- Prinzips so tief in uns eindringen zu lassen, bis die jeweilige Wandlungstarre entsteht. Wissend um den notwendigen Heilimpuls, fließen wir in die nächste Position. Mit der Zeit werden wir der Wandlungskraft gewahr die daraus entsteht, nicht nur während wir die Schritte praktizieren, sondern auch in unserem Alltag.
Sobald wir in uns Starre bemerken, atmen wir tief durch und wandeln unsere Position. Zunehmend verliert das Gesicht der Veränderung seine scharfen Zähne, das Tal des Todes seine Bedrohlichkeit. Der Wandel wird nicht nur tolerierbar, sondern zum Freund, wir entwickeln eine Wandlungsfreude. Mehr und mehr können wir alles, was uns aus der trägen Komfortzone treibt, die uns immer kränklicher macht, als Wandlungsimpuls feiern. Immer öfter nehmen wir die kognitive Dissonanz unseres Umfeldes wahr, was aufgewühlt mit dem Erhalten beschäftigt ist. Befreit von der Illusion des ewigen Lebens, werden wir nicht nur von der Notwendigkeit oder der Selbstverständlichkeit, sondern auch von der Schönheit des stetigen Wandels durchdrungen.
Aus unserem Üben entsteht schließlich ein tiefes körperliches Verständnis des Wandels und seiner Gesetze. Wir lernen welcher Heilimpuls in dem Moment einer emotionalen Starre gebraucht wird, um sie zurück in den Fluss zu bringen. Wenn wir das wollen, beginnen wir das Erlernte im Außen anzuwenden. Dann werden sich Situationen anbieten, als Übfeld für den richtigen Heilimpuls. Dann werden sich jene an uns wenden, die sich in einer Wandlungsstarre befinden, weil sie die Antwort in uns erahnen. Alles geschieht ganz natürlich. Wandlungshelfer wird man nicht per Zertifikat, sondern im Auftrag der Wandlung selbst. Es ist, wenn wir uns dieses Wort schon zutrauen wollen ein Gottesdienst.
KOSTEN: 350 Euro, einschließlich veg. Verpflegung
TERMINE: 20.
DAUER: Freitags 16.00-20.00 / Samstags 10.00-20.00 / Sonntags 10.00-14.00 Uhr